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Verehrte Leserinnen und Leser,
verehrte Damen und Herrn im Buchhandel,
unsere Bibliothek der „Klassiker für Kids“ wird immer umfangreicher, die bisherige Resonanz ist beachtlich – trotzdem höre ich immer wieder skeptische Fragen mit dem gleichen Tenor: Darf man die sogenannten Kinder- und Jungendbuch-Klassiker überhaupt bearbeiten bzw. kürzen? Sollten Kinder nicht besser die Original-Fassung lesen?
Zu Fragen und Kritik dieser Art möchte ich – als einer der „Haupttäter“ in Sachen Klassiker-Bearbeitung – einige Feststellungen treffen:
Es ist unbestritten, dass einige wenige sogenannte Klassiker für Kinder bzw. Jugendliche geschrieben wurden und in ihrer Urfassung auch heute durchaus lesbar sind (Die Schatzinsel, Tom Sawyer, Huckleberry Finn zum Beispiel).
Bei den meisten anderen aber ist die Kritik gänzlich ungerechtfertigt. Entweder gibt es gar kein „Original“. Oder das, was uns als „Original“ vorgelegt wurde, war schon eine Bearbeitung. Oder das Original ist gar kein Kinder- oder Jugendbuch, hat sich aber dank guter bis schlechter Bearbeitung längst als Kinder-Klassiker etabliert (Beispiele: Die Schildbürger, Till Eulenspiegel, Münchhausen, Don Quijote).
Diese und ähnliche Beispiele ließen sich zu vielen oder fast allen Klassikern anführen. Auch wenn es manchmal wie eine Rechtfertigung klingen mag – mir war es ein Anliegen, ein paar Hintergründe aufzuhellen und das eine oder andere Argument für Gespräche mit den Leserinnen und Lesern sowie ihren Eltern anzubieten.
Ich meine auch: Wir alle, denen das Buch bzw. das Lesen und das Hören am Herzen liegt, müssen gemeinsam dafür sorgen, dass in einer Zeit, in der andere Medien das Buch und das Hörbuch in den Hintergrund drängen, bei Kindern im frühen Lesealter Neugierde und Interesse für die „großen Stoffe“ geweckt wird.
Ich hoffe, Sie haben ebenso viel Freude beim Lesen der Bücher und beim Hören der Hörbücher wie ich beim Schreiben derselben!
Mit den besten Grüßen
Ihr Dirk Walbrecker
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